Chaos in der Schulpolitik

 

Kaum ein anderes Thema ist in den vergangenen Jahren so von parteipolitischen Ideologien betroffen wie die Schulpolitik. Leidtragende sind die Schüler und Eltern, die sich immer wieder auf Veränderungen einstellen müssen.

Begonnen hat das ganze Durcheinander bei uns in Schleswig-Holstein bereits mit der Einführung der Rechtschreibreform im Jahre 1996. Wenig später, am 27. Oktober 1998 wurde durch einen Volksentscheid die Wiedereinführung der herkömmlichen Rechtschreibung beschlossen. Da die Landesregierung unter Heide Simones die Meinung des Volkes nicht dauerhaft akzeptieren wollte, wurde in einer „demokratischen Glanzleistung“ das Volksgesetz nur ein Jahr später wieder aufgehoben. Doch das war nur der erste Schritt hin zu einem Bildungschaos. Ohne politische Notwendigkeit opferte man 2010 das bewährte dreigliedrige Schulsystem um schrittweise eine Einheitsschule zu erreichen. Der Scherbenhaufen dieser verfehlten Schulpolitik liegt nun vor uns. An den so genannten Gemeinschaftsschulen werden vom Sonderschüler bis zum guten Realschüler alle Kinder gemeinsam unterrichtet. Das kann nicht funktionieren, zumindest dann nicht, wenn es durch die Lerndefizite der ausländischen Schüler, die hier aufgewachsen sind, aber teilweise kaum deutsch sprechen, nicht möglich ist auf bessere Schüler intensiver einzugehen. Linke Pädagogen träumten zwar von Doppelbesetzungen mit zwei Lehrkräften in einer Klassen, doch diese Seifenblase ist längst zerplatzt, denn es sind durch den Lehrermangel nicht einmal ausreichend Lehrkräfte vorhanden, um einen möglichen Unterrichtsausfall zu kompensieren.

Auch die Gymnasien sind von diesem Chaos nicht verschont geblieben. Das um ein Jahr verkürzte „Turbo-Abitur“ G8 ist im Jahr 2008 an schleswig-holsteinischen Schulen eingeführt worden. 2011 ruderte die schwarz-gelbe Landesregierung zurück und gab den Gymnasien die Möglichkeit, zwischen G8 und G9 zu wählen oder sogar beide Zweige parallel anzubieten. Die Wahlfreiheit wurde 2014 von der Küstenkoalition wieder gekippt. Jetzt beschloss die Jamaika-Koalition eine flächendeckende Rückkehr zu G9. Dieses Hin und Her sorgt nicht nur für Unverständnis bei Lehrern, Eltern und Schülern, sondern belastet auch die Kassen der Städte und Gemeinden in Schleswig-Holstein, die als Schulträger für zusätzliche Unterrichtsräume sorgen müssen. Die Landesregierung hat zwar grundsätzlich finanzielle Unterstützung zugesichert, allerdings nur wenn der Bedarf auch wirklich auf die Rückkehr zu G9 zurückzuführen ist. Deutlicher wird die bildungspolitische Sprecherin der FDP, Anita Klahn, auf einer Pressekonferenz. Gymnasien könnten, laut Auffassung der FDP-Politikerin in den nächsten Jahren zusätzliche Bewerber fürs Gymnasium ja auch erst einmal ablehnen oder sie in Gemeinschaftsschulen unterrichten, wenn dort entsprechende Kapazitäten frei werden würden. Haben wir das richtig verstanden, Frau Klahn? Die freie Schulwahl soll ausgehebelt werden, nur damit die Landesregierung nicht die Kosten für ihr schulpolitisches Chaos tragen muß?

Wir Nationaldemokraten haben in den 90er Jahren vor der Rechtschreibreform gewarnt. Wir haben Widerstand geleistet, als das dreigliedrige Schulsystem abgeschafft wurde und auch zum Thema „Turbo-Abi“ bezogen wir deutlich Stellung. Doch unserer Mahnungen wurden nicht erhört und als „rechtsextreme Propaganda“ abgetan. Leider sind es jetzt nicht unfähigen Politiker, sondern die Lehrer, Schüler und Eltern, die die Suppe auslöffeln müssen, die uns diese selbsternannten „Bildungsexperten“ eingebrockt haben!

 

    


 

Jörn Lemke

Stellv. NPD-Landesvorsitzender

Lübeck, den 19.12.2017

 




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