Rendsburger Kanaltunnel: Ein Faß ohne Boden

 

 

 

Als Schleswig-Holsteiner schauen wir regelmäßig etwas spöttisch über die Landesgrenze. Die Baukosten der Elbphilharmonie haben sich fast verzehnfacht und auch der Berliner Flughafen BER ist für den Steuerzahler zu einem Faß ohne Boden geworden und längst zu einem Symbol für Misswirtschaft und Steuergeldverschwendung geworden.

Doch auch bei uns in Schleswig-Holstein gibt es vergleichbare Bauprojekte: zum Beispiel den Rendsburger Kanaltunnel. Aus der geplanten Bauzeit von 3 Jahren werden voraussichtlich mindestens 10 Jahre und Rendsburg versinkt dadurch weiterhin im Verkehrschaos. Statt 25 Millionen Euro zahlt der Steuerzahler mehr als 70 Millionen Euro. Bis Ende Juli 2017 waren Aufträge in Höhe von 70,1 Millionen Euro vergeben. Das Wasser- und Schifffahrtsamt rechnet allerdings noch mit weiteren Kosten. Unglaublich: Was vor 50 Jahren in drei Jahren Bauzeit für 30 Millionen Euro gebaut wurde, muss heute mindestens zehn Jahre lang für mehr als 70 Millionen Euro saniert werden. Mit dieser Kostenexplosion hat es der Tunnel sogar in das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler geschafft.

Doch der Rendsburger Kanaltunnel ist nur Teil eines grundlegenden Problems, welches von der Politik im Land scheinbar nur halbherzig aufgegriffen wird. Der Nord-Ostsee-Kanal teilt unser Bundesland und die wenigen Überquerungen drohen zu Dauerbaustellen zu werden, wie nicht nur das oben angeführte Beispiel belegt. Auch die Rader-Hochbrücke im Verlauf der Autobahn A7 ist baufällig. Im Juli 2013 stellte man erhebliche Schäden an den Pfeilerköpfen der Brücke fest. Eine umgehende Sanierung wurde notwendig, um die Restnutzungsdauer zumindest auf 12 Jahre (bis 2026) zu erhöhen. Bis dahin muß die Brücke durch ein neues Bauwerk ersetzt werden. Es bleibt also nicht mehr viel Zeit, um diese wichtige Nord-Süd-Verbindung zu errichten und die Erfahrungen aus vergangenen Bauprojekten lassen nichts Gutes erahnen.

Wenn wichtige Straßenbauprojekte nicht am Geld scheitern, weil Steuergelder lieber für fremde Interessen aus dem Fenster geworfen werden, dann an unfähigen Politikern und überforderten Bauämtern. Es ist schwer erklärlich, daß früher kilometerlange Straßen und wenigen Monaten gebaut wurden, während heute schon das Planfeststellungsverfahren Jahrzehnte dauern kann. Um nicht falsch verstanden zu werden. Natürlich haben Umweltschutzaspekte für uns Nationaldemokraten einen hohen Stellenwert, und müssen bei der Planung berücksichtigt werden, aber wenn durch Fehlplanungen jahrzehntelanges Stauchaos entsteht, ist das für die Umwelt sicherlich auch nicht zuträglich. Für interessierte Beobachter solcher Kostenexplosionen und Baupannen stellt sich die Frage, ob hier Korruption und Unfähigkeit im Spiel sind und, ob es nicht besser wäre, chinesische Firmen mit künftigen Großprojekten zu beauftragen.

 

 


 

Jörn Lemke

Stellv. NPD-Landesvorsitzender

Lübeck, den 10.01.2018

 




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